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Patente und Software
Die Diskussion über die Erweiterung der der Patentierung zugänglichen
Erfindungen bewegt Europa seit einiger Zeit.
Die beiden politischen Lager streiten dabei im Wesentlichen um die
Frage, ob und wie Software in technische und nicht-technische Aspekte
unterschieden werden kann.
Unbestritten lehnt es Europa ab, reine Geschäftsmethoden, Theorien
und Ausdrucksmittel zu monopolisieren,
möchte jedoch auf Erfindungen technischer Natur Patentrechte vergeben.
Mit unserem Produkt fiXml
eröffnet sich ein interessanter Blickwinkel auf diese
Unterscheidung:
Software erschwert die gesuchte Teilung
(in technische und nicht-technische Aspekte),
da sie direkt aus der gewünschten und zuvor bestimmten
Aufgabe durch fortgesetzte Verfeinerung entsteht.
Benötigt wird eine klare Definition jener Schranke,
jenseits derer Objekte technischer Natur sind.
Dazu beschreiben wir mit dem Askemos-Konzept
- reiner Theorie ohne technischen Bezug -
den Rahmen für ein störfestes
Provider-Netzwerk
fiXml,
welches unserem Motto
"Rechenleistung wie Strom aus der Steckdose"
gemäß, Prozesse zweifelsfrei und sicher abwickelt.
Zur Darstellung dessen liefern wir passende Software,
deren Kern unter der GPL frei verfügbar und von uns absichtlich nicht
durch Patentansprüche beschränkt ist.
Wir verstehen[1] konsequenter Weise,
daß sämtliche im Askemos bestimmbaren Objekte und Operationen
Folge eines Geschäftsvorgangs und a priori ohne technischen Bezug sind.
Künftige Theorien können die Definition der Grenze verfeinern[2]
und andere Objekte und Operationen auf
nicht-technische Weise definieren.
Eine technische Leistung dagegen ist in der physikalischen Abbildung
der Objekte zu erkennen.
Einschließlich jener technischen Aspekte der dazu nötigen Software,
welche mit einem Apparat ausgeführt Nutzen bringt,
theoretisch jedoch nicht vollständig gefaßt werden kann.
-
[1]
-
Im Kontext dieses Netzwerkes werden von Providern Rechenoperationen
als Dienstleistung ausgeführt. Diese Operationen sind durch einen
Vertrag - also eine reine Geschäftsmethode - vollständig definiert. Die
Vertragstreue der Partner wird im laufenden Betrieb durch gegenseitige
Abstimmung kryptographischer Prüfsummen überwacht. Auch existiert im
Rahmen dieser abstrakten Operationen kein Konzept zur physischen
Lokation oder Interaktion - Letztere erfolgt immer über das
Netzwerk.
Mithin sind sämtliche im Askemos bestimmbaren Objekte und Operationen
Folge eines Geschäftsvorgangs und a priori ohne technischen Bezug.
Unbeschadet des Gegenstandes der realen Welt,
den sie abbilden könnten,
sind sie selbst rein mathematischer Natur.
-
[2]
- Das Askemos-Konzept kann nicht alle technisch möglichen
Programme darstellen, sondern nur mittels ausgewählter Theorien
mathematisch vollständig formulierbare Lösungen, die in endlicher Zeit
berechnet werden können.
-
Dazu am 8. 3. 2005
- Edward Griffith-Jones, Tom Chance in einem Artikel auf O'Reilly. (englisch)
- Bruce Perence
- analysiert die Zusammenhänge und Probleme des derzeitigen
Patentrechts in den USA (englisch).
- Mehr
- Wie sich Softwarepatente auswirken
(engisch) via
ffii.org,
rethinking the european software agenda,
german: Alle Fraktionen des deutschen Bundestages lehnen
Softwarepatene gemäß dem derzeitiger Richtlinienvorschlag ab
(heise).
- Eskalation 5. März 2005
- Die Parlamente mehrerer Einzelstaaten
sowie das Europäische Parlament haben
den umstrittenen Richtlinienentwurf eindeutig abgelehnt
und Neuverhandlung gefordert.
Die Kommission (also eine nicht gewählte Institution)
versucht ungeheurlicherweise den Plan dennoch durchzusetzen.
Dazu ein Kommentar des
NRC Handelsblad (Niederlande, Zitate in englischer Übersetzung).
Weitere Kommentare sehen im Vorgehen des Rates eine eklatante
Pflichtverletzung:
1.
Rechtsexperten
bezweifeln
daß der "seltsame" Vorgang der Annahme des Standpunktes
wirklich wirksam ist. Peinlich ist er für eine Demokratie allemal.
(der Spiegel)
- Be(un)ruhigend zu Wissen
- Heise meldet: laut
Regierungsstudie
schaden Softwarepatente dem deutschen Markt.
- 20. 4. 2005
-
Der für die in Frage stehende Direktive
derzeit verantwortliche Berichterstatter des Europäischen Parlaments,
Michel Rocard,
hat seine Vorschläge zur Verbesserung der Direktive
veröffentlicht.
Diese Änderungen würden Software und andere
immateriellen Ausdrucksformen von Wissen und Konzepten
vor der Monopolisierung bewahren.
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